SIGRID ALVAREZ

Ärztliche Privatpraxis für Psychotherapie,
Psychosomatik & Hypnose in Hanau

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Raucherentwöhnung

Die meisten Raucher würden „eigentlich“ gerne aufhören zu rauchen, fürchten jedoch die Entzugserscheinungen und glauben, diese nicht durchhalten zu können. Weiterhin wird oft eine Gewichtszunahme befürchtet.

Beides ist sicher nicht unbegründet. Bei bis zu 60 Prozent der Raucher besteht eine Tabakabhängigkeit nach ICD 10-Definition. Die körperliche Abhängigkeit beruht auf der Interaktion des Nikotins mit den Neurotransmittern im Gehirn (sog. Botenstoffe, besonders Serotonin, Dopamin, Acetylcholin, Noradrenalin), welche für die Regulierung von Stimmung, Appetit, Konzentration, kognitiver Leistungsfähigkeit und weiteren körperlichen und psychischen Prozessen verantwortlich sind. Das Nikotin konkurriert mit diesen Botenstoffen, besetzt wichtige Rezeptoren und wird allmählich in den Hirnstoffwechsel integriert. Bei Unterbrechung des Nikotinkonsums ist es dann nicht zu vermeiden, dass das System aus dem Gleichgewicht gerät und die befürchteten Entzugssymptome auftreten.

Hinzu kommt meistens auch psychische Abhängigkeit, diese beruht auf oft ritualisierten Gewohnheiten (Zigarette zum Kaffee, als kleine Pause,…) oder Funktionen wie Stressabbau, Appetit reduzieren, Ärger oder Langeweile kompensieren, Konzentration verbessern, besser nachdenken können, Probleme verdrängen… die Liste ließe sich fast beliebig verlängern.

Die Befürchtung, all dieses ohne Zigarette nicht mehr bewältigen zu können, ist meistens unbegründet, da die genannten Probleme erst durch den Entzug entstehen und nach erfolgreicher Entwöhnung von selbst verschwinden. Allerdings müssen für bestimmte Situationen alternative Verhaltensweisen erarbeitet werden, manchmal muss man auch grundlegende Aspekte seines Lebens neu überdenken.

Bei dieser komplexen Problematik ist es wichtig, auf mehreren Ebenen anzusetzen und das Entwöhnungsprogramm jeweils individuell anzupassen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Tabakentwöhnung am wirksamsten, wenn psychologische und biologische Methoden kombiniert angewendet werden, wobei sich ein Behandlungsumfang von fünf bis sechs Stunden mit dem Ziel eines definitiven Rauchstopps (Schluss-Punkt-Methode) am besten bewährt hat. Auf biologisch-medizinischer Ebene kann zur Vorbereitung und Unterstützung in der Entgiftungs- und Entwöhnungsphase eine Ernährungsumstellung sinnvoll sein. Zusätzlich können die Entzugssymptome medikamentös gelindert werden, durch individuell dosierte Nikotinersatztherapie oder durch verschreibungspflichtige, in Deutschland zur Raucherentwöhnung zugelassene Medikamente.

Auf psychologischer Ebene kommt der Hypnose eine bedeutende Funktion zu, da auf einer unbewussten Ebene die Ressourcen aktiviert werden können, die zu dauerhafter Abstinenz führen. Diese Ressourcen sind immer sehr persönlich , daher muss genügend Spielraum zur individuellen Gestaltung gegeben werden. Mit Hilfe der Hypnose werden die Phasen der Motivationsklärung, Vorbereitung, Rauchstopp, Überwinden von Entzugssymptomen und schließlich Rückfallprophylaxe durchlaufen – so kann das Rauchen ein für allemal verabschiedet werden, und Sie werden feststellen: Sie haben nichts verloren, sondern nur gewonnen.